Sonntag, Mai 14, 2006

Filmtagebuch 2006: #11 Jarhead

.: Inhalt :.

Zu Fuß zieht „Jarhead“ in einen Krieg, der in der Luft entschieden wurde. Der Marine Scharfschütze Swoff (Jake Gyllenhaal), frisch aus dem Ausbildungscamp, Camus-Leser und Soldat in der dritten Generation, wird gemeinsam mit seinem Teampartner Troy (Peter Sarsgaard) und seinen Kameraden in der saudischen Wüste stationiert, um auf den Krieg gegen den Irak zu warten.

Doch der erste Golfkrieg, die Befreiung Kuwaits, war kein Krieg, der am Boden geführt wurde, sondern mit Kampfjets, Raketen und intelligenten Bomben. So graben sich die Marines im Wüstensand ein, hängen Fotos und Abschiedsbriefe ihrer Freundinnen an die ‚Wall of Shame’, wenn sie von ihnen betrogen oder verlassen wurden, wetten auf Skorpionkämpfe, spielen Football mit Gasmasken, retten sich in Zynismus, masturbieren oder warten einfach nur ... auf das Ende des Krieges, auf seinen Anfang oder nur auf den ersten Schuss.

.: Kritik :.

"Wer "Full Metal Jacket" mag wird diesen Film auch mögen" lese ich immer wieder hier und da. Das stimmt auch so obwohl ich es lieber nicht vergleichen würde. Die meisten Anti-Kriegsfilme basieren auf der gleichen Grundidee: Warum bin ich hier und warum zum Henker muss ich für das draufgehen was die die oben entscheiden.
Bei Jarhead ist die Lage aber anders. Ist es es die erste halbe Stunde die wohl bekannte (mit auch vielen Anleihen aus dem o.g. Film), wirkt dann der wirkliche "Einsatz", der in Wirklichkeit wohl eher als Langeweile zu betiteln ist, als neues erfrischendes Thema. Dabei wurde Pathos Heldentum und dieser sontige Kram die die amerikanischen Filme emistens verhunzt rausgelassen und die Sicht des Marines an erste Stelle gestellt.

Die Schauspieler allen voran Jamie Foxx (genial!) und Jake Gyllenhaal(ebenfalls sehr gut) spielen Ihre Rolle sehr authentisch. Sehr gut!

.: Fazit :.

Wer schon Kubricks „Full Metall Jacket“ schätze, da er kritisch war und ohne Patriotismus auskam sowie wenig Action und mehr ruhige Szenen die zum Nachdenken anregten bot, der wird mit Sicherheit auch „Jarhead“ mögen, nicht zuletzt wegen der großartigen Schauspielerischen Leistung der beiden Hauptakteure Gyllenhaal und Foxx. Tragische und witzige Szenen gehen Hand in Hand.

9 /10 nie-abgefeuerten-Schüssen