Freitag, März 10, 2006

Filmtagebuch 2006: #2 Knallhart

.: Inhalt :.
(by filmz.de)

Nach einem heftigen Streit mit ihrem langjährigen Geliebten Dr. Peters ändert sich das sichere Leben von Miriam Polischka und ihrem 15-jährigen Sohn Michael - kurz Polischka genannt - grundlegend: Die beiden müssen Peters Villa im reichen Zehlendorf verlassen und sich im chaotischen Berlin-Neukölln einquartieren.

Vollauf beschäftigt mit der Suche nach einer neuen guten Partie, entgehen Miriam die Probleme ihres Sohnes in der neuen Umgebung. Polischka wird von einer Gang brutal zur Zahlung von Schutzgeld gezwungen. Er bricht mit seinen neuen Schulfreunden Crille und Matze in die vertraute Zehlendorfer Villa ein, um aus dem Erlös der Beute die Gang bezahlen zu können. Erol, dem Anführer der Gang, reicht das nicht. Polischka wehrt sich, aber bevor der Streit eskalieren kann, rettet ihn Hamal, ein italienischer Hehler, der eigentlich Afghane ist, aus dieser ausweglosen Situation.

.: Kritik :.


Den Film habe ich in der Sneak gesehen und muss vorab sagen das ich doch durchaus positiv überrascht bin. Ich bin kein Fan deutscher Filme bzw. Produktionen und werde es glaub ich auch nicht werden. Aber dieser Film hat mich beendruckt.
Die neuen Schauspieler allen vorran David Kross spielt seine Rolle derart realistisch das ich mir manchmal schwer fiel zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden. Auch die anderen Schauspieler allen vorran der Schauspieler der Hamal und dessen Handlanger (NAME?) spielt finde ich überragend.
Zu den weiteren Settings und Orten der Handlung muss man nicht viel sagen: BERLIN. Neu-Köln sozialer Brennpunkt Multi-kulti, Drogen, Gewalt und Prostitution sind an der Tagesordnung. Kaputte Famillien, so wie die von unserem Protagonisten, sind der Handlungsrahmen dieser beendruckenden Milieu-Studie. Man mag dem Film vorwerfen er sei etwas zu schnell und zu unbedacht mit dem Thema Gewalt und Drogen umzugehen, aber der Regisseur sagte selber er wolle keine Doku sondern ein Drama filmen.
Nun aber was macht das nun anderes als gegenüber amerkanischen Filmen wo der schwarze Junge aus der Bronx zum Dorgendealer aufsteigt und dabei alle Klischees erfüllt, die man sich nur denken kann. Der Unterschied? Gibt es dort wirklich einen? Oder ist diese Geschichte "nur" ins deutsche tranferiert? Wie ich denke sind die paralllen nicht zu übersehen, jedoch ist es kein abklatsch kein "cover". Die Intentionen mögen die gleichen seien aber die Umsetzung finde ich durchaus mehr als gelungen.
Der einzige Punkt der mir nun nicht gefallen hat war die Geschwindigkeit wie Polischka zum Handlanger wird. Da hätten ein paar Minuten oder Zeitsprünge gut getan. Auch gefiel mit Polischka Mutter (immerhin gespielt von Jenny Elvers) nicht wirklich, sie war mir zu weich, zu blass einfach zu austauschbar.

.: Fazit :.

Eine gelungende und gute Umsetzung eines brisanten Themas und ein grandiose Charakterstudie eines sich zu einem sozialen Brennpunkt entwickelnden Bereiches unserer Hauptstadt. Gut gemacht, sehr guter Protagonist bei sonst guter Umsetzung aller anderen Faktoren die einen guten Film ausmachen.

8/10 Punkten